Weg mit den EDV-Räumen an unseren Schulen!

Schafft endlich die EDV-Räume in unseren Schulen ab. Seien wir doch mal ehrlich, dieses Experiment ist komplett gescheitert. Die Computerräume wurden errichtet in der Tradition der klassischen Lehrräume wie der Physik-Raum, das Chemie-Labor, der Kunstraum oder der Musiksaal. Im Physik-Raum wurden Strom-Experimente durchgeführt, im Chemie-Labor haben wir organische und anorganische Stoffe gemischt, im Kunstraum wurde  Kunstgeschichte gelehrt und im Musiksaal Noten gepaukt.

Und im EDV-Raum? In meiner Schulzeit programmierte ich auf den vorhandenen Commodore C64 Basic, später Pascal. Heute ist der Stoff im EDV-Unterricht anspruchsvoller.

Aber eigentlich sollte der EDV-Raum mehr sein als nur EDV-Wissensvermittlung. Die zukünftigen Programmierer, die wir dringend brauchen, werden so nicht geschaffen. Seien wir doch mal ehrlich: Es geht doch nicht um Java oder Basic, um C# oder Pascal, sondern es geht um Medienkompetenz. In den meisten Schulen steht der teuer eingerichtete Computerraum die meiste Zeit leer. Bei 45 Minuten Unterrichtszeit trabt die Klasse nicht extra in den Raum, um in Google etwas zu suchen oder in Wikipedia einen Text zu kopieren. Da kann ich jeden Lehrer verstehen, der bei dicht gedrängtem Unterrichtsstoff einen Bogen um den EDV-Raum macht. Vielleicht trifft sich die AG Schülerzeitung noch dort, um an der nächsten Ausgabe der Zeitung zu arbeiten, oder der frühere Schreibmaschinenkurs übt das Zehnfinger-System.

Arbeit mit Computer muss heute anders aussehen. Digitales Lernen muss anders aussehen. Computer und das Netz sind heute allgemeingegenwärtig, nur leider nicht in der Schule und im Unterricht.

Der Weg, den Apple geht, ist vollkommen richtig. Vergesst die Bücher, vergesst die Rechner. Stattet die Schüler mit iPads aus, holt euch die neuen Lehrbücher, installiert WLAN in der Schule und fangt an, unsere Kinder für das 21. Jahrhundert fit zu machen. Wir brauchen keine EDV-Räume, sondern wir brauchen in den Köpfen von Schülern und Lehrern Medienkompetenz.

Dem Computerraum droht das gleiche Schicksal wie dem Sprachlabor. Hier wurden wir als Schüler hineingeschickt und sollten Englisch oder Französisch erlernen. Ich habe dabei nix gelernt und der Raum wurde die meiste Zeit für Schulaufgaben genutzt.

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3 Antworten to “Weg mit den EDV-Räumen an unseren Schulen!”

  1. Markus Schall Says:

    Sehr interessanter Artikel, und wenn ich mal drüber nachdenke, dann ist viel Wahrheit dran. Bei uns war der EDV-Raum damals auch eher verwaist (naja, standen auch Commodore PC-10 drin), das dürfte wohl der am wenigsten benutzte Raum sein. Der Teppich liegt da bestimmt heute noch drin und sieht aus wie neu… ;-)

    Und richtig: Ein iPad bringt den Kleinen auf spielerische Art viel bei. Allerdings braucht’s m.E. schon eine Instanz, die dann ein wenig lenkt, was sich die Kids auf dem Ding nun anschauen sollen. Aber einen EDV-Raum braucht’s dafür sicher nicht…

  2. Frank Blome Says:

    Ich stehe auch voll hinter Deinem Wunsch. Leider ist die Realität, dass man sich an vielen Schulen mehr in Richtung Vergangenheit bewegt, denn in die Zukunft. Wenn ich beispielsweise in dieser Woche erfahre, dass am Gymnasium meines Sohnes die Smartphones verboten werden, frage ich mich wo das hinführen soll. Sicher, es erzeugt Stress, wenn Schüler verbotener Weise die Geräte in der Schulstunde nutzen. Aber deshalb ist ein Generalverbot sicher nicht hilfreicher. In sofern wage ich es gar nicht mehr von iPads in einer Schule zu träumen.

  3. Andreas Says:

    Es ist auch der falsche Weg, alle Schüler einfach mit iPads auszustatten. Hefte werden weiterhin das Hauptwerkzeug bleiben und auch Bücher sind oftmals praktischer.
    Ein zusätzliches Werkzeug soll auch ein Werkzeug bleiben und nicht hauptsächlich als Spielzeug dienen.

    Ich denke es ist mehr nötig, als Schüler mit iPads auszustatten. Ein Lehrer sollte weiterhin die Kontrolle haben nachzuvollziehen welche Hilfsmittel verwendet werden. Mit einem iPad ist das im Prinzip nicht mehr möglich.
    Die Frage ist auch, was sinnvoller ist: Notebooks oder Tablets. Man könnte natürlich sich auch für ein Zwischending wie das Acer Transformer entscheiden.

    Wichtig ist es aber doch ein Konzept zu verfolgen und nicht einfach Schülern und Lehrern Geräte in die Hand drücken und hoffen, dass sie etwas damit anfangen können. Denn sonst ist das iPad nichts anderes als ein teures Spielzeug.
    Ideal wäre es, wenn Tablet/Notebook, Netzwerk und die Tafel ein System sind, so dass es natürlich und einfach in den Unterricht eingebaut werden kann.

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